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5. Thüringer Schlössertage vom 16. - 21. Mai 2018: u.a. "Aufgeregt - Skandale, Intrigen und Seitensprünge" in Meiningen

06.05.2018

Schlössertage - Familienfest 2016 © ME.Fotografie Michael Erbe

Die Thüringer Schlössertage möchten die Pracht und Bedeutung der früheren Fürstenhöfe lebendig vor Augen führen. Spannende Führungen, Konzerte, lehrreiche Vorträgen und unterhaltsame Veranstaltungen für Familien erwarten die Besucher. Im Jahr 2018 steht das Motto: Aufgeregt! Skandale, Intrigen und Seitensprünge im Mittelpunkt der Veranstaltungen in den ehemaligen Thüringer Residenzen.

Veranstaltungen in Meiningen 2018

Mi,16.05. | 19:00 | Ernestiner Hof

  • Das Liebespaar Georg und Ellen
    Soiree mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
  • Eintritt: 3,50 € | 2,50 €

In Meiningen führte die Liebe zwischen dem regierenden Herzog Georg II. und der Schauspielerin Ellen Franz um 1870 für sehr große Aufregung, zumal der Herzog zu Beginn dieser Beziehung noch mit Prinzessin Feodora von Hohenlohe-Langenburg verheiratet war. Die heimliche Hochzeit 1873 schockierte die Adelswelt bis an allerhöchster Stelle, die Meininger Hofgesellschaft hatte größte Mühe, sich mit dieser Situation abzufinden. Dabei war diese Ehe auch nach Adelsrecht einwandfrei und kulturpolitisch ein äußerst nachhaltiger Segen für Meiningen. Dr. Maren Goltz analysiert seit Jahren das Wechselspiel zwischen Privatvergnügen und Landesentwicklung im Leben dieser beiden außergewöhnlichen Persönlichkeiten.

Fr, 18.05. | 19:00 | Theatermuseum

  • Der besondere Vortrag: Sex-Skandal im Kaiserreich: Orgie im Jagdschloss Grunewald
    ​Referent Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Berlin/Potsdam
  • Eintritt: 8,- € | 6,- €

Nach einer Schlittenfahrt wurde im Jagdschloss Grunewald im Januar 1891 ausgelassen gefeiert – Angehörige der Berliner Hofgesellschaft kamen sich näher als die Etikette vorsah. Die Orgie löste einen Sexskandal aus, der tödlich endete. Und die Gemahlin des letzten Herzogs von Sachsen-Meiningen, Charlotte, gehörte als Schwester des Kaisers zu dieser Hofgesellschaft …

Sa, 19.05. | 16:00 | Schloss Elisabethenburg

  • Führung durch die Ausstellung: shakespeare d(r)amen
  • lllustrationen von Jacky Gleich, Anke Feuchtenberger, Susanne Janssen, Pascale Küng, Alice Wellinger

So, 20.05.

  • Familientag in den Meininger Museen
  • Tageskarte 4,50 / 3,- €, Familien 8,- €
     

10:00 bis 18:00 Uhr Programme für die ganze Familie

  • mit Wasserspielmobil, Riesenseifenblasen, Musikdroschken, Kunst ab 2 mit der Brigade Kunsthunger und "Puppenheater vom Feinsten für die Großen und die Kleinsten"

11:00 Uhr Musik- und Theaterstadt Meiningen

  • Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
  • Treff Meininger Theater, Kammerspiele, Bernhardstraße 3
  • 7,- €

15:00 Uhr | Schlosskirche

  • Ausstellungseröffnung: Zeitenwende im Herzogtum Sachsen-Meiningen – Personen und Ereignisse im Umfeld des Endes der Monarchie 1918

In Meiningen warf die Zeitenwende bereits 1914 ihre Schatten voraus: Ein großer Herzog starb hochbetagt. Einer, der sich nicht nur als Theaterherzog europaweit einen Namen gemacht, sondern auch sein Land zu einem liberalen Musterstaat umgebaut hatte. An dem Tag, als er auf dem Meininger Stadtfriedhof begraben wurde, fielen die Schüsse von Sarajewo, die gemeinhin als Auslöser des Ersten Weltkrieges gelten. Endlich gelangte der als der „ewige Kronprinz“ bekannte Bernhard III. von Sachsen-Meiningen an die Regentschaft, nur um sie wenige Wochen später pro forma an seine, wegen ihrer Kapriolen nicht gerade beliebte Frau zu übergeben. Er selbst ging an die Front, um Truppen zu inspizieren. Auch mit dem erlassenen Befehl, das Hoftheater und die Hofkapelle aufzulösen, machte er sich keine Freunde und musste sich bald davon distanzieren. Mit der Zeitenwende von 1918 ging eine jahrhundertealte Ordnung zu Ende. Das Herzogtum Sachsen-Meiningen hörte wie alle anderen deutschen Fürstenstaaten auf zu existieren. Im Gegensatz zu manch anderem Staat blieb es jedoch in Sachsen-Meiningen ruhig, da der hiesige Arbeiter- und Soldatenrat über keine weiterführenden landespolitischen Ambitionen verfügte. Dem Architekten und Präsidenten des alten Landtages, Eduard Fritze, gelang es, die Phase eines gefährlichen Interregnums kurz zu halten: Er berief auf eigene Verantwortung zwei Tage nach der Abdankung Bernhards III. einen Landtag für den 12. November 1918 ein. Auf diesem trat das alte Kabinett unter dem Vorsitz von Karl Schaller zurück, nachmittags unterzeichnete auch der Thronfolger Prinz Ernst die Abdankung und in den Abendstunden wurde bereits die Übergangsregierung unter dem Vorsitz von Ludwig Freiherr von Türcke bestellt. Diese Regierung wurde auch nach den Wahlen von 1919 beibehalten und ging als Sachsen-Meininger Gebietsvertretung in der Regierung des neu gegründeten Thüringer Landes auf.

16:00 | Puppentheater für Kinder

18:00 | Puppentheater für Erwachsene

19:00 | Konzert mit Cathrin Pfeifer, Berlin

21:30 | Feuershow

Mo, 21. Mai | 11:00 Musik- und Theaterstadt Meiningen

  • Stadt- und Ausstellungsführung mit Dr. Maren Goltz, Meininger Museen
  • Treffpunkt: Meininger Theater, Kammerspiele

Daten und Fakten

  • Datum: 16.05.2018 bis 21.05.2018
  • Ort: u.a. Schloss Elisabethenburg, Meininger Museen
  • Veranstalter: Meininger Museen | Museum im Schloss Elisabethenburg

Kontakt

Kulturstiftung Meiningen-Eisenach
Meininger Museen
Schlossplatz 1
98617 Meiningen
Tel. 03693 / 503 641
kontakt@meiningermuseen.de
www.meiningermuseen.de

(Foto: Schlössertage - Familienfest 2016 © ME.Fotografie Michael Erbe)