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Ausstellung zu "Die Synagogen in Thüringen - sichtbar machen, was unsichtbar geworden ist" am 24. September in Arnstadt

24.09.2021

Synagoge

Die Zerstörung und Schändung der Thüringer Synagogen 1938 und unser Umgang damit bis heute

32 Synagogen und Beträume in Thüringen sind am 9. November 1938 Opfer des nationalsozialistischen Terrors geworden. Die Ausstellung geht mit 32 Fotografien und 32 Texttafeln der jüngeren Geschichte dieser Grundstücke nach, visualisiert und thematisiert unseren Umgang mit ihnen. Sie ist zugleich Teil des Themenjahres "Neun Jahrhunderte jüdisches Leben in Thüringen 2021".

Das Projekt ist als Wanderausstellung konzipiert und kann ab 2022 auch von Thüringer Kommunen ausgeliehen werden.

Weiterhin ist ein begleitendes Buch und eine virtuelle Präsenz im Internet in Arbeit.

Eine fotografische Dokumentation von 32 Einzelfällen im Milchhof Arnstadt

  • Eröffnung: 24. September 2021, 17 Uhr
  • Geöffnet: 26. September bis 7. November 2021 jeweils freitags 14-16 Uhr und sonntags 11-16 Uhr
  • Stilles Gedenken: 9. November 2021, 17 Uhr

Sichtbar machen, was unsichtbar geworden ist

Die Zerstörung der Synagogen am 9. November 1938 erweist sich heute als dauerhafte Auslöschung der Erinnerung jüdischen Lebens in Deutschland. Nur wenige Bürger wissen noch, wo die Synagoge ihres Ortes stand und wie sie aussah. Sie sind nicht mehr Teil des kollektiven Gedächnisses.

Studiert man die Geschichte der Zerstörung der jüdischen Gemeinden in Thüringen ab 1933 und das Schicksal der jeweiligen Immobilien und Grundstücke, so fällt auf, dass kein Fall wie der andere beschaffen ist.

Von der totalen Zerstörung und Überbauung des Geländes mit Profanbauten, ohne jeden Hinweis auf die Geschichte dieser Liegenschaft, bis zum wundersamen Überleben und aktuell gedenkender Pflege der Architektur scheint jeder Fall vertreten.

32 Fotografien zeigen die Orte der 32 ehemaligen Synagogen in Thüringen, deren Grundstücke und unseren heutigen Umgang mit ihnen. Jedes Foto wird durch einen Text begleitet und holt die Bedeutung jüdischen Lebens in den vielen Stadt- und Landgemeinden Thüringens wieder in das Bewußtsein.

Verortung und Zielstellung

Kulturell:

Das Projekt versteht sich als Teil des Themenjahres NEUN JAHRHUNDERTE JÜDISCHES LEBEN IN THÜRINGEN 2021 und will dazu beitragen, die Verfolgung der Juden als Verlust der kulturellen Vielfalt Europas zu begreifen. Sie will sensibilisieren für die jeweils lokale Geschichte der Juden bis 1945 und für unseren Umgang mit den spärlichen Resten dieser Kultur. Denn die Pflege der Erinnerung wird immer wichtiger, je mehr der letzten Zeitzeugen verstorben sind.

Touristisch:

Das Projekt versteht sich als Musterprojekt, das als Wanderausstellung, begleitendes Buch und im Internet auf Thüringen verweisen will. Ausgehend von Arnstadt, dem Ilm-Kreis und Thüringen hat die Ausstellungskonzeption das Potential, international wahrgenommen und von anderen Regionen Deutschlands übernommen zu werden.

Die Ausstellung in Arnstadt

Die Präsentation und Eröffnung der Ausstellung findet statt am Freitag, den 24.9.2021 im Milchhof Arnstadt im Rahmen des Achava-Festivals 2021.

Sowohl die Neue Synagoge Arnstadt von 1913 als auch der Milchhof Arnstadt von 1928 sind Gebäude des Arnstädter Architekten Martin Schwarz, welcher wie kein anderer das Bild der Stadt Arnstadt im 20. Jahrhundert geprägt hat. Die Synagoge markiert dabei sein erstes Gebäude in Arnstadt, der Milchhof
sein letztes.

Print (ab 2022):

Die Ausstellung wird begleitet durch eine hochwertige Publikation, durch welche das Projekt auch eine haptische und dauerhafte Existenz erfährt und in den analogen Bibliotheken der Welt verbleiben wird.

Digital (ab 2022):

Dieses Projekt wird zugleich auch online dauerhaft verfügbar sein, in den Sprachen Deutsch und Englisch.

Zeit und Ort

Zeit:

Die Ausstellung ist geöffnet vom 26. September bis 7. November 2021 jeweils freitags 14-16 Uhr und sonntags von 11-16 Uhr, sowie nach telefonischer Voranmeldung unter 0171.1208500

Sonderöffnung als Stilles Gedenken am 9. November 2021, 17 Uhr

Ort:

Milchhof Arnstadt
Quenselstraße 16
99310 Arnstadt

 

Weitere Informationen unter www.achava-festspiele.de.

 

Kontakt

Verfasser: Jan Kobel / Judith Rüber
www.kulturfabriken.eu // Initiative Industriekultur – unterstützt durch die Thüringer Staatskanzlei

Baudenkmal Milchhof Arnstadt GmbH
Pfarrhof 1
D-99310 Arnstadt

info@jankobel.de
www.milchhof-arnstadt.de