Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg

13.09.2016

Veste Heldburg

Mythen ranken sich um Burgen. Sie erzählen von mannhaften Rittern und zarten Burgfräulein, von großen Festen, aber auch von ständiger Gefahr, von unterirdischen Gängen und von Folterkellern. Mehr als 25.000 Burgen gibt es noch allein in Deutschland, doch wozu haben sie gedient und wie war das Leben in ihnen wirklich?

Weit mehr als ein Jahrtausend hat man Burgen gebaut. Bis heute beherrschen sie das Bild der Landschaft. Die Geschichte der Burgen reicht von der Epoche Kaiser Karls des Großen vor 1200 Jahren bis ins 20. Jahrhundert. Sie waren die wehrhaften Wohnbauten der Herrschaft und mit Mauer und Türmen, Zinnen und Schießscharten befestigt. Ab dem 16. Jahrhundert dienten sie als Amtshaus, Jagdsitz, Sommersitz, oft aber auch als Familienwohnsitz. Im 18. Jahrhundert immer häufiger zur Ruine verfallen, beginnt mit dem romantischen Blick auf die Landschaften und der Sehnsucht nach der Zeit des Mittelalters der Burgentourismus.

Burgen strahlen bis heute eine große Faszination aus, lassen Kinderherzen höher schlagen und berühren viele Bereiche unseres alltäglichen Lebens.

Wer eine Reise durch die Burgengeschichte des deutschsprachigen Raums vom Mittelalter bis heute machen möchte, der ist auf der Veste Heldburg goldrichtig. Hier befindet sich das einzige überregionale Burgenmuseum in ganz Europa. Das Museum macht die Burgen erlebbar, schildert ihre Entstehung, Veränderungen und die vielfältigen Aufgaben, die Burgen des deutschen Sprachraums im Laufe der Jahrhunderte besaßen.

Originale Objekte geben spannende und eindrucksvolle Einblicke in eine über tausendjährige Geschichte. Möbel, Küchengeräte, Tischgeschirr, aber auch Kinderspielzeug zeugen vom täglichen Leben auf Burgen. Bauteile und Rekonstruktionsmodelle zeigen, wie variantenreich in Größe und Form, wie einfach, aber auch künstlerisch anspruchsvoll diese Bauwerke gestaltet sein konnten. Eine große Rolle spielen auch Waffen zum Angriff und zur Verteidigung, Pfeil und Bogen, Sturmleitern bis zu frühen Kanonen, aber auch eindrucksvolle Ritterrüstungen, die Geschichte lebendig werden lassen.

Das größte Ausstellungsstück ist die Heldburg selbst. Sie liegt am Südrand des Thüringer Waldes an der Deutschen sowie der Thüringischen Burgenstraße, in einer Region mit den Burgen und Vesten Coburg, Kronach, Kulmbach und Henneberg sowie der Ruine Altenstein. Die mittelalterliche Höhenburg wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance repräsentativ und wohnlich ausgebaut. Um 1700 sollte sie eine Festung werden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie im Sinne der Burgenromantik umgestaltet, wodurch sie ihren märchenhaften Charakter erhielt.

Dank sorgsamer Sanierung wurden die Spuren ihrer wechselvollen Geschichte bewahrt. Der Besucher kann dadurch die Bedeutung der historischen Räume vom Saal bis zu den Abtritten entdecken, aber beispielhaft auch die zahlreichen Umbauten wahrnehmen, die Burgen erfahren haben.

Öffnungszeiten
April - Oktober:
Di. - So. 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
Mo Ruhetag (außer Feiertage)

November - März:
Di. - So. 10:00 Uhr - 16:00 Uhr
Mo Ruhetag (außer Feiertage)

Die Burg ist an Feiertagen (außer am 24., 25. und 31. Dezember) geöffnet.
Letzter Einlass 60 Min. vor Schließung.

Kontakt
Deutsches Burgenmuseum Veste Heldburg
Burgstraße 1
98663 Bad Colberg-Heldburg
Tel. 036871 / 21210
veste@bad-colberg-heldburg.de

(Foto: Sybille Geier)