Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Newsletter Aktivregion Juni 2018

Liebe Rennsteig-Freunde im Thüringer Wald

wie im letzten Newsletter angekündigt, berichten wir heute von der erarbeiteten Zielgruppe für die Aktivregion Rennsteig, welche im Rahmen der Regionalkonferenz des Regionalverbunds Thüringer Wald vorgestellt wurde. Zusätzlich werden auch weitere Themen der Veranstaltung beleuchtet.
Die bevorstehenden Downhill-Cups in Ilmenau und Bad Tabarz haben wir uns zum Anlass genommen, die ehemalige Downhill-Fahrerin Harriet Rücknagel zu interviewen und ihre Meinung zur Entwicklung des MTB-Tourismus im Thüringer Wald zu erfragen.
Darüber hinaus möchten wir heute die Gelegenheit nutzen, von dem MTB-Tourismuskongress in Oberstaufen zu berichten.

Viel Spaß beim Lesen!

Themen

 Regionalkonferenz – Status Quo der Strategieumsetzung

Der Regionalverbund Thüringer Wald e. V. zog nach über einem Jahr Umsetzungsmanagement der Tourismuskonzeption Thüringer Wald 2025 am 19.06 eine erste Bilanz. Das Interesse der Region war groß – ca. 80 Teilnehmer aus Tourismus und Kommunalpolitik erfuhren im Laufe des Tages, was bisher auf den Weg gebracht wurde und wo die nächsten Herausforderungen liegen.

In einem der Vorträge wurde die Erarbeitung der Zielgruppen für die Produktmarken des Thüringer Waldes dargestellt. Mit der Aktivregion Rennsteig möchten wir in Zukunft die „Liberal-Intellektuellen“ ansprechen – sie gehören zu der aufgeklärten Bildungselite und haben eine kritische Weltsicht sowie eine liberale Grundhaltung. Sie gehen ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung und –entfaltung sowohl im Privat- als auch im Berufsleben nach. Als Gegenpol zu ihrer beruflichen Tätigkeit sind sie sportlich aktiv. Auch im Urlaub betätigen sie sich gerne sportlich und legen gleichzeitig großen Wert auf Kultur, zum Beispiel in Form eines Museumsbesuches oder einer Lesung. Eine detaillierte Betrachtung der Bedürfnisse und Gewohnheiten der Zielgruppe erfolgt im September in einem weiteren Workshop.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Meilenstein für die weitere Arbeit mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Regionalverbund und der TTG durch die beiden Geschäftsführerinnen gelegt. In dieser Vereinbarung wird entsprechend der Tourismusstrategie Thüringen 2025 eine klare Aufgabenteilung zwischen den beiden Ebenen festgelegt.

Außerdem nutzte der Regionalverbund diesen Tag, um auch die Themenbroschüren der Produktmarken an die Akteure zu verteilen. Die Broschüren der Aktivregion Rennsteig und der Naturregion UNESCO-Biosphärenreservat sind unter folgendem Link einseh- und bestellbar: prospekte.thueringer-wald.com Die Transparenz der Umsetzung der Tourismuskonzeption und das „Mitnehmen“ aller am Tourismus Beteiligten und Interessierten in diesem Prozess soll und muss an Bedeutung gewinnen. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Tages.

Falls Interesse an den Präsentationen der Regionalkonferenz besteht, können diese gerne unter koellner@thueringer-wald.com angefragt werden.

 Im Gespräch mit Harriet Rücknagel

Harriet Rücknagel aus Kleineutersdorf bei Kahla, Downhill-Fahrerin und fünffache Deutsche Meisterin

Harriet, momentan startest du für den WSV Oberhof 05 und fährst gelegentlich Rennen des Downhill-Cups. Kannst du kurz von deinem Werdegang berichten?

Ich wollte schon immer Downhill fahren und bin nach meinem ersten Rennen dran geblieben. Mit 17 Jahren bin ich zum Downhill gekommen. Vorher bin ich 4 Cross und Dualslalom gefahren, weil das in meiner Region populär war. Das hat dann Sponsoren und viele Reisen mit sich gebracht. Nun bin ich nicht mehr so aktiv. Ich habe aufgehört, weil ich an dem Punkt war, das ich für professionellen Sport mehr Unterstützung gebraucht hätte, das heißt ein größeres Team. Leider war dies nicht möglich und somit beendete ich meine Laufbahn als Downhillerin. Ich bin erst vor kurzem dem WSV Oberhof 05 beigetreten. Da ich im Winter kleine Skirennen fahre, brauchte ich einen Wintersportverein. Ich habe mir dann den WSV Oberhof 05 ausgesucht, weil dieser verschiedene Sportbereiche anbietet und ich bei ihnen auch meine MTB-Lizenz beantragen kann. Ich fahre dieses Jahr nur in Ilmenau. Zurzeit gehe ich viel Klettern im Thüringer Wald.

Du startest also in Ilmenau zum Downhill-Cup. Wie empfindest du den Start in der Heimat? Unterscheiden sich die Rennen von anderen?

Es ist immer besonders in Ilmenau an den Start zu gehen. Die Organisatoren sind Freunde von mir und bemühen sich sehr darum, eine gute Strecke zu bauen. Nicht nur ich sage, dass es etwas Besonderes ist, in Ilmenau mitzufahren, auch die Starter aus anderen Regionen und die Zuschauer kommen gern, weil hier eine außergewöhnliche Stimmung herrscht.

Wie schätzt du die Szene und die Akteure im Thüringer Wald ein? Ist es realistisch, öffentliche Downhill-Strecken auszuweisen und touristisch zu vermarkten?

Ich war schon viel unterwegs und habe verschiedene Konzepte gesehen. Zum Beispiel in Österreich wissen sie, dass Touristen ein essenzieller Teil für die Region sind. Diesbezüglich versuchen sie, verschiedenste Gruppen anzusprechen. Der MTB-Bereich wird immer mehr wachsen und ich denke, die Gemeinden sollten diesen Bereich ausbauen, um den Tourismus anzukurbeln. Ein anderes Beispiel ist der Pfälzerwald, wo ich vor kurzem war. Dort gibt es ein großes, legales Wegenetz für Mountainbiker. Am Anfang waren die Einheimischen sehr skeptisch. Aber mittlerweile sehen sie, dass immer mehr Mountainbiker kommen und auch Geld in die Region bringen. Verschiedene Kommunen haben sich dort zusammen getan, um die alten Strukturen zu verändern und somit etwas Junges, Neues und Tourismussteigerndes zu entwickeln. Und mittlerweile sind auch die Personen davon überzeugt, die als erste ganz laut „Nein“ gerufen haben.

Wie schätzt du den Stellenwert des Downhills im Thüringer Wald ein? Sind Ilmenau und Bad Tabarz in der Szene bekannt?

Aus Thüringen sind viele gute Fahrer. Die Strecken tragen dazu bei, neue Talente zu fördern. Ilmenau und Tabarz sind Urgesteine in der Deutschen Rennszene. Und es ist eine große Leistung fast jedes Jahr ein Rennen auf die Beine zu stellen.

Oft ist die Situation zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen des Waldes angespannt. Was ist deine Meinung zum Thema Konfliktpotenzial mit Wanderern?

Im Pfälzerwald wurde das auch als ein Kritikpunkt bei der Neueröffnung des Mountainbike-Wegenetzes angebracht. Alle hatten nur den Konflikt im Augenschein. Es wurden Gebotsschilder angebracht, mit Regeln des gegenseitigen Umgangs. Die vorgestellten Probleme sind nicht eingetreten, im Gegenteil, alle sind sehr zuvorkommend miteinander und respektieren sich. Deswegen denke ich, es sollte sich ein Bespiel an anderen Regionen genommen werden, die diese Idee mit all ihren Hürden bewältigt haben. Das heißt nicht nur das Negative sehen, andere machen es vor, positiv ranzugehen und zusammenzuarbeiten.

 Der Thüringer Wald zu Besuch im Oberallgäu

Wie steht es um den Mountainbike-Tourismus in Deutschland? Was ist der Status Quo, welche Potentiale bietet er und wie lassen sich diese bestmöglich ausschöpfen? Um diese Fragen ging es beim vierten Deutschen Mountainbike-Tourismuskongress in Oberstaufen im Allgäu. Mit dabei waren Akteure aus den Bereichen Industrie, Politik, Hotellerie, Gastronomie und Tourismus – und da durften wir natürlich nicht fehlen.

Am ersten Kongresstag bekamen wir Einblicke in die touristische Produktentwicklung und die Gebietskulisse des diesjährigen Veranstaltungsortes. Dazu ging es mit dem E-Mountainbike durch die Allgäuer Alpenlandschaft. Anschließend wurden die Grundlagen und Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Mountainbike-Tourismus präsentiert und unterstützend einige Kernergebnisse des Mountainbike-Monitors 2018 eingebracht – der mit 11.823 Befragten umfangreichsten Erhebung zum deutschen Mountainbiker. Dieser ist im Durchschnitt 36 Jahre alt. 40 Prozent der Befragten haben einen Hochschulabschluss und ¾ der Mountainbiker sind verheiratet oder in einer Beziehung. Ein interessantes Ergebnis für alle Touristiker ist außerdem, dass 40 Prozent der Mountainbiker im Urlaub nicht nur biken möchten, sondern umfangreichere Angebote präferieren. Mit 64,8 Prozent stellen All Mountain/Enduro-Fahrer das größte Segment dar, an zweiter Stelle folgen mit 17,9 Prozent die Tour-Mountainbiker. Weitere interessante Daten und Fakten zum MTB-Monitor können unter info@mountainbike-tourismusforum.de erfragt werden.

An den folgenden beiden Kongresstagen wurden die Wünsche von Mountainbikern von verschiedenen Seiten näher beleuchtet. Während Nicole Schwenk vom Bike-Magazin bikende Familien in den Fokus stellte, erläuterte Dr. Hermann Meyer von der Deutschen Sporthochschule Köln, welche gesundheitlichen Vorteile das (E-)Mountainbiken mit sich bringt. „Bike-Hotelier“ Kurt Resch vom Steineggerhof bei Bozen berichtete, wie sich die Hotellerie mit einem Mountainbike-Angebot ergänzen lässt. Zudem kamen weitere Referierende aus der Industrie, dem Tourismus und der Wissenschaft zu Wort, die mit ihren Erfahrungswerten und Zukunftsvisionen viele wertvolle Erkenntnisse generierten konnten. Aber der Kongress ist nicht nur eine Wissensplattform, sondern auch eine ideale Netzwerkplattform. Wir konnten uns mit anderen Destinationsmanagern austauschen und von Best-Practice-Beispielen viel Input mit nach Hause nehmen.

Mit nach Hause konnten wir auch einige Exemplare des druckfrischen Bike-Booklets nehmen, das auf dem Kongress vorgestellt wurde. Dieses ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen MTB-Tourismusforum, Deutscher Alpenverein und Zweirad-Industrie-Verband. Das Booklet soll ein besseres Miteinander auf den Trails fördern sowie ein praktisches Handbuch für (E-)MTB-Neulinge sein. Unter info@mountainbike-tourismusforum.de kann das Bike-Booklet auch als Print-Version angefordert werden.

Hier gibt's weitere Infos zum Mountainbike Tourismusforum Deutschland

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