Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Newsletter Aktivregion März 2018

Liebe Rennsteig-Freunde im Thüringer Wald

wir sagen dem Winter adé und dem Frühling herzlich willkommen. Auch wenn in den höheren Lagen noch Schnee liegt, kann man den Frühling förmlich spüren.

Zum Auftakt in die Wandersaison stellen wir heute den Tag des Wanderns vor, eine Initative des Deutschen Wanderverbandes.

Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, haben wir uns auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin mit den neuesten Fakten und Trends auseinandergesetzt, die wir heute vorstellen.

In der heutigen Ausgabe möchten wir noch einmal die Olympischen Winterspiele thematisieren. Denn es nahmen viele Thüringer und Thüringerinnen teil - so auch Dajana Eitberger aus Ilmenau. Wir haben uns die Chance nicht entgehen lassen und sie zu ihrer Olympia-Erfahrung befragt.

Themen

 ITB 2018 – ein Blick zurück

Vom 6. bis 11. März hieß es wieder ITB – Internationale Tourismusbörse Berlin – mit knapp 10.000 Ausstellern aus über 180 Ländern die richtungsweisende Messe der Reisebranche. Fachleute und Zehntausende Privatbesucher lassen sich hier jedes Jahr inspirieren. Auch wir konnten wieder fleißig beraten, begeistern und Thüringen als Reiseland in den Fokus der Besucher rücken. Neben den Informationsmöglichkeiten an den Ständen haben wir über den Tellerrand geschaut und uns zu den aktuellen Trends informiert.

Das Sparkassen-Tourismusbarometer traf mit dem Thema „Hotellerie der Zukunft“ den Nerv vieler ländlicher Regionen: Tourismus gilt hier oft als Motor der Regionalentwicklung und sorgt oftmals für eine erhöhte Lebensqualität. Ob Budget-, Konzept- oder Luxushotellerie – ein einzigartiges Erlebnis, authentische lokale Teilhabe und die digitalen Möglichkeiten sind die zentralen Aspekte, die sich der Gast wünscht. So stolpert man während der ITB Immer wieder über das Zauberwort ‚Instagrammability‘ – die Eignung einer Destination für eindrucksvolle Bilder, die in den sozialen Medien geteilt werden. Das Potenzial ist klar: In den sozialen Medien werden Reisende zu wichtigen Botschaftern mit enormer Reichweite.

Das spielt besonders vor dem Hintergrund, dass die Inspiration für bereits jede vierte Reise durch Online-Medien geschieht, eine enorme Rolle. Neben dieser Erkenntnis erläuterte der Branchenverband der deutschen IT-Branche (Bitkom), dass sich 64 % der Reisenden von Online-Bewertungen beeinflussen lassen und 43 % ihren Urlaub ausschließlich online organisieren.

Der ADFC erlaubt jedes Jahr auf der ITB Einblicke in die Entwicklung des Radreisemarktes. Laut aktueller Zahlen fand 2017 etwa jede fünfte Radreise (7,6 Mio. Kurzreisen und insg. 166 Mio. Tagesausflüge) mit dem Mountainbike statt. 18 % aller Rad-/MTB-Reisenden nutzten ein E-Bike. Für ausländische Gäste in Deutschland gehören Mountainbiken bzw. Radfahren mit 11 % nach Wandern (14 %) zu den beliebtesten sportlichen Aktivitäten.

Sehr erfreulich – dieses Jahr hat es Thüringen mit Platz 7 erstmals in die Top10 der beliebtesten deutschen Radregionen geschafft!

 Erlebnis: Olympia - Bericht einer Olympionikin

Heute im Gespräch mit Dajana Eitberger: deutsche Rennrodlerin und gebürtige Ilmenauerin. 

Aus dem Thüringer Wald nach Pyoengchang – rückblickend Deine Entwicklung betrachtet, was hat Dir die Teilnahme bei den Olympischen Spielen bedeutet?

Meine Motivation ist 2014 entflammt, bei den Olympischen Spielen in Sotschi. Ich saß auf dem Sofa und dachte mir: das ist klar, das nächste Mal muss ich dabei sein! Der Wunsch, bei den Spielen zu starten, war ab diesem Zeitpunkt das höchste Ziel für mich. Damals war ich ein Weltcup-Frischling, habe aber bei der Europameisterschaft bereits den dritten Platz ergattern können. Seitdem dieser Wunsch in mir brannte, habe ich das Training ganz anders bestritten: immer mit dem Gedanken, immer ein bisschen mehr zu machen, Ungewöhnliches auszuprobieren etc. Im athletischen Bereich bin ich etwas schwächer, dafür liegen meine Stärken auf der Bahn. Ziel ist es daher immer, diese Performance zu optimieren. Das Schlüsselereignis hatte ich bei der WM 2016: ich gewann im Sprint Bronze, im Einzelrennen bin ich jedoch weit hinten gelandet. Man arbeitet so hart und fragt sich, warum hat es diesmal nicht geklappt? Solche Momente erden einen und zeigen, dass man stets an sich arbeiten muss.

Im April letzten Jahres kam eine langwierige Schulterverletzung dazu, die mich in eine ambulante Reha-Einrichtung in Jena brachte. Diese Zeit war sehr schwer- ich pendelte fast täglich- aber gleichzeitig auch wertvoll für mich. Zum einen arbeitet die Reha-Einrichtung weniger auf dem Gebiet des Spitzensports, sodass ich einen komplett anderen Einblick bekam und meinen Horizont erweitern konnte. Zum anderen sind in dieser Zeit Freundschaften entstanden, die ich jetzt nicht missen möchte. Ich lernte, mit schwierigen Situationen umzugehen und beruhigter an die Sachen heranzugehen.

Man sagt ja so schön: Der Wintersportler wird im Sommer gemacht. Getreu diesem Motto habe ich mich im letzten Jahr in Irland einige Tage alleine mit Gepäck auf eine Wanderung begeben. Das war eine herausfordernde Grenzerfahrung, immer mit dem Wissen, man kann nicht einfach zurück oder jemanden anrufen, der einen abholt. Dem Ziel, meine Komfortzone zu verlassen und mich selbst zu finden, kam ich durch diese Erfahrung definitiv einen Schritt näher. Auch aus sportlichen Gesichtspunkten hat mich die Wanderung weitergebracht, da sie perfekt in den Trainingsplan gepasst hat.

Mein größtes Glücksgefühl hatte ich beim letzten Wettkampf für die Olympia-Nominierung im US-Bundesstaat New York in Lake Placid. Da wurde mir bewusst, dass ich es endlich geschafft hatte. Es ist eine enorme Last abgefallen und ich dachte: „Egal welches Ergebnis ich erziele, das kann mir keiner nehmen! Ich werde den Wettkampf so gut es geht bestreiten.“ Ich hatte viele Unterstützer auf diesem Weg, aber ich bin diejenige, die das geschafft hat. Da spielten Genugtuung und Stolz eine große Rolle. Ich bin grundsätzlich bescheiden, in dem Moment konnte ich jedoch richtig feiern. Schlussendlich kann man sagen, dass die Olympia-Teilnahme eine Belohnung für die ganze harte Arbeit in den letzten Jahren war.


Was hat für Dich das Erlebnis Olympia in Südkorea ganz besonders gemacht?

Ich habe mit Natalie Geisenberger das Zimmer geteilt und ihr gesagt: „Wenn ich schon hier bin, nehme ich alles mit, was geht.“ Dieses Vorhaben wurde Realität: ich durfte nicht nur bei der Flower-Ceremony und der Siegerehrung zuschauen, ich selbst stand oben und war Teil davon.
Das Highlight der Olympischen Spiele ist dieses extreme, emotionale Gefühl, Teil der Gemeinschaft zu sein. Und das alles im internationalen Rahmen, das ist einfach wunderschön. Das Team Deutschland hat insgesamt super Arbeit geleistet, ich konnte von dieser Motivation zehren und kam richtig in den Flow. Wenn man es verfolgt hat, wie die Teamkollegen Medaillen gewinnen und man nimmt später selbst eine mit, dann hat man definitiv das Gefühl, dazuzugehören.

Auch in der Mensa zu sein und mit bekannten Stars gemeinsam am Tisch zu sitzen, ist ein tolles Gefühl. Morgens frühstücke ich noch mit Laura Dahlmeier und abends hängt ihr die Gold-Medaille um den Hals. Als mein Teamkollege Johannes Ludwig gewonnen hatte, habe ich mich so gefreut und so geweint für ihn. Er hatte viel Pech in der Vergangenheit, sodass die Freude umso größer war.

Das Unbeschreibliche an den Olympischen Spielen sind die Geschichten, die dort geschrieben werden.


Du wurdest unter Jubel auf dem Marktplatz Deiner Heimatstadt in Ilmenau empfangen. Was war das für ein Gefühl?

Zuerst empfand ich es etwas übertrieben. Ich bin eher bescheiden und dachte, das ist doch nicht notwendig, als ich vom Auto-Korso hörte. Ich kann doch auch laufen.

Im Endeffekt war das jedoch eine schöne Erfahrung. Die Stadt und der Verein hatten das gemeinsam organisiert und sich viel Mühe gegeben. Ich nahm diese Gelegenheit als Chance, mich zu bedanken. Auch für die Unterstützung während des Wettkampfes durch das Public Viewing. Der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt hat mich natürlich sehr geehrt und stolz gemacht. Der Tag hat die gesamte Zeit bei den Olympischen Spielen noch einmal aufgerührt. Es ist eine große Belohnung und Auszeichnung gewesen.


Wir werfen natürlich einen besonderen Blick auf das Rennrodeln in Oberhof. Was bedeutet Dir das und wo liegen Deine künftigen Ziele?

Für einen Sportler ist es schwierig, vor der Haustür einen Wettkampf zu haben. Und doch ist der Oberhofer Weltcup einer der schönsten. Es sind unglaublich viele Zuschauer da: Freunde und Fans aus der Region. Egal wie der Wettkampf ausgeht, man wird vor einer überragenden Kulisse empfangen. Für die Region ist es wichtig, dass ein Wettkampf auf hohem Niveau stattfindet. Es gibt keinen Sportler, der nicht gerne in Oberhof ist. Das Flair macht es aus. Ich empfinde es als sehr familiären Sport, weil der Zuschauer sehr nah am Sportler ist. Das gibt nicht jede Sportstätte her. Da ist Oberhof schon etwas ganz Besonderes. Es ist schön zuhause zu sein und auf der Bahn, auf der ich groß geworden bin, meine Leistung zu zeigen.

Auf jeden Fall stehen die nächsten Olympischen Spiele auf der To-do-Liste. Jetzt habe ich Blut geleckt und freue mich auf die Arbeit in den kommenden vier Jahren. Natürlich ist dieses Ziel in weiter Ferne, sodass ich mich erst einmal auf die Vorbereitung und die nächsten Wettkämpfe konzentriere. Dabei ist ein erstes Teilziel die WM 2019 in Winterberg. Im Sprint-Wettkampf konnte ich bereits bei den Weltmeisterschaften in Königssee Bronze holen, im Einzel habe ich das noch nicht geschafft.
Mein Ziel ist es, mich im Weltcup zu stabilisieren und den nächsten Schritt zu machen. Man muss immer am Ball bleiben, um jedes Hundertstel kämpfen, denn die Konkurrenz schläft nicht.
Die Medaille hilft mir dabei, weiter zu wachsen. Ich hoffe natürlich, dass Oberhof den Zuschlag für die Rennrodel-Weltmeisterschaft 2023 bekommt. Das wäre ein perfekter Zeitpunkt, mein Finale zu feiern - das wäre das Nonplusultra. Dann hätte ich das passende Alter, einen gelungenen Abschluss zu feiern und mich anschließend beruflich zu orientieren.

Weitere Informationen zu Dajana Eitberger gibt's hier: http://www.dajana-eitberger.de/

 Bundesweiter Auftakt in die Wandersaison

Seit 2016 findet er jedes Jahr am 14. Mai statt – der Tag des Wanderns, eine Initiative des Deutschen Wanderverbandes.

Zeigten zur Premiere bereits rund 250 Veranstaltungen, wie vielfältig das Wandern ist, waren es im vergangenen Jahr über 450 Veranstaltungen. Bundesweit nahmen rund 20.000 Menschen teil.

In diesem Jahr ist der Tag des Wanderns erneut ein riesiges Schaufenster für das Wandern, dieses Mal unter der Schirmherrschaft von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz. Sonnenaufgangswanderung, Schnupperkurse, Wegemarkierung, After-Work-Wanderungen bis hin zu Touren mit Kräuterexperten, Gesundheitswanderführern und Schülern: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Der Tag des Wanderns ist eine tolle Plattform, um Menschen den Spaß an der Bewegung näher zu bringen. Wir freuen uns sehr, wenn auch der Thüringer Wald ein Teil dieser deutschlandweiten Initiative wird und sich weitere Gebirgs- und Wandervereine, Nationale Naturlandschaften, Tourismusregionen, Sport- und Heimatvereine sowie Gemeinden dem Tag des Wanderns am 14. Mai anschließen. Bis zum 20. April können noch Veranstaltungen angemeldet werden.

Für alle Wanderfreunde sind bereits ab April alle angemeldeten Veranstaltungen auf einer interaktiven Karte einsehbar.

Mitmachen!