Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Kultur & Geschichte

Der Rennsteig von A bis Z

A wie Ausspanne

Ausspannen sind eine früher übliche Bezeichnung für ein Gasthaus oder eine Schänke an alten Handelsstraßen. Auf langen Handelsreisen war es erforderlich, Übernachtungspausen einzulegen. An Ausspannen bestand früher die Möglichkeit zum Ausspannen der Pferde aus den Fuhrwagen und Kutschen. Am historisch gewachsenen Rennsteig gibt es daher eine Menge davon zum Beispiel die Neue Ausspanne, die Alte Ausspanne, die Eisfelder Ausspanne, etc.

B wie Bahnhof Rennsteig

Ende des 19. Jahrhunderts setzte sich der damalige Bürgermeister der Stadt Schleusingen für eine Eisenbahnstrecke über den Rennsteig ein. Bereits 1904 eröffnete die Preußische Staatsbahn ihre erste Gebirgsbahn für den gemischten Reibungs- und Zahnradbetrieb.  Am Scheitelpunkt der Strecke war es mit Dampflokomotiven notwendig einen Kopfbahnhof zu befahren. Somit entstand, mitten im Wald, der Bahnhof Rennsteig.

C wie Clemens Major

Clemens Major war ein bekannter Kartograf, Topograf und Heimatforscher Clemens Major (1847 – 1930).

D wie Dreiherrensteine

Eine Besonderheit unter den Grenzsteinen stellen 13 Dreiherrensteine dar. Sie markieren die Punkte, an denen früher die Territorien dreier Herrschaftsgebiete zusammenstießen – Ausdruck der einstigen Thüringer Kleinstaatlichkeit.

E wie Ehrenmal Glöckner

Der Glöckner, ursprünglich wohl Klöckler genannt, ist ein Berg mit zwei Felskuppen und umgebenden Blockmeeren sowie ein beliebter Aussichtspunkt am Rennsteig im Wartburgkreis im Thüringer Wald.In der Nähe der 702,5 m ü. HN hohen Felsengruppe befinden sich mehrere Inschriften und Denkmale.

F wie Flüchtiger Hirsch

Ist eine Schutzhütte des Stedtfelder Rennsteigvereins.

G wie Grenzsteine

Heute profitiert der Rennsteig von seiner einstigen Grenzlage. Über 1300 Rennsteig- und Grenzsteine, viele von Ihnen eine Augenweide, säumen den Wegeverlauf. Besonders auf dem Schönwappenweg – einem Wegabschnitt bei Brennersgrün – kann sich der Wanderer an ihnen kaum satt sehen.

H wie Herbert Roth

Das Lied zur Hymne über Deutschlands bekanntesten Wanderweg, komponiert vom Suhler Herbert Roth, finden Sie hier  

I wie Information/ Idyll/ Inselsberg

J wie Julius Plänckner

Bereits 1830 erwanderte der Gothaer Topograph und Straßenbauer Julius von Plänckner erstmals den Rennsteig in seiner gesamten Länge. Knapp 44 Stunden soll er in fünf Tagen gegangen sein. Der Mythos Rennsteig war geboren.

K wie Kurfürstenstein

Er ist der älteste Wappenstein am Rennsteig. Er stammt von 1513 und zeigt auf der Vorderseite das kursächsische Wappen mit gekreuzten Schwertern und Rautenschwanz, auf der Rückseite das bischöfliche bambergische Wappen mit dem nach links gewandten Löwen, fränkischen Rechen und Turnierkolben.

L wie Luther

Martin Luther überquert 1530 den Rennsteig, von Coburg kommend, um in Lehesten zu predigen und der sächsische Kurfürst Johann auf dem Weg zum Augsburger Reichstag.

M wie Mareile

Mareile war eine historische Persönlichkeit, und zwar Maria Zick geb. Sauer, Tochter des Försters vom Forsthaus Waidmannsheil bei Steinbach/Oberfranken, in dem die ersten Renner gerne einkehrten. Ihr galt die romantische Verehrung der Gründer des Rennsteigvereins, und so nannten sie das weiße "R", mit dem die Bäume am Rennsteig markiert werden, liebevoll "Mareile".

N wie Name

„Rennsteig“Sprachwissenschaftler sind sich einig: die Entstehung des Namens Rennsteig/Rynnestig rührt von „sich schnell bewegen“ her. Im Mittelhochdeutschen – bis etwa ins 16. Jahrhundert – hatte „rinnen, etwas rinnen machen, laufen machen“ die alleinige Bedeutung für „rennen“. Deshalb tauchte bei der Ersterwähnung auch der Name Rynne(stig) auf, der später von Renn(steig) abgelöst wurde. Die Endung „stig, steig“ ist von „steigen, ansteigendem Pfad“ abgeleitet.

O wie Oberhof

Oberhof ist eine Stadt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Sie liegt am Kamm des Thüringer Waldes auf etwa 815 m ü. NN in der Nähe des Rennsteigs. Oberhof ist als deutsches Wintersportzentrum bekannt.

P wie Poetischer Rennsteig

Viktor von Scheffel widmete ein Gedicht dem Wandern auf dem Rennsteig - hier nachzulesen

Q wie Quellen

Entlang des Rennsteigs und in Rennsteignähe entspringen die Quellen einiger Flüße. So zum Beispiel die Werraquelle an der Eisfelder Ausspanne, die Geraquelle am Sachsenstein, die Ilmquelle zwischen Schmiedefeld und Stützerbach und die Spitter am Spittergrund.

R wie Runst!

Nicht wundern, wenn Ihnen ein Wanderer begegnet und Ihnen „Gut Runst!“ wünscht. Das ist der Rennsteiggruß, der im Jahre 1900 vom Rennsteigverein eingeführt wurde.

S wie Steiniges Vergnügen

Eine echte Wanderung über den gesamten Rennsteig ist ein „steiniges Vergnügen“, denn die Tradition besagt, dass jeder Wanderer einen Kiesel aus der Werra hinüber zur Saale trägt.

T wie Triniusstein

Der Triniusstein ist ein Porphyritfelsen, auch als „Porphyr Trinii” bekannt, und befindet sich an der Schwalbenhauptwiese auf dem Rennsteig zwischen Neustadt am Rennsteig und Masserberg. Namensgeber ist der Wanderschriftsteller und Rennsteigpionier August Trinius (1851-1919). An dieser Straßenkreuzung befindet sich auch eine Ausflugsgaststätte, die Triniusbaude.

U wie Urvater

1330 erstmalig urkundlich erwähnt und durch die ehemalige Deutsch-Deutsche Grenze über 40 Jahre nicht durchgängig bewanderbar, ist der Rennsteig doch der Urvater unter den Fernwanderwegen.

V wie Vachaer Stein

Der Passübergang beim Vachaer Stein stellt den westlichsten Pass des Thüringer Waldes dar, der nur wenige Kilometer entfernt an der Werra beginnt (oder endet, je nach Sichtweise des Betrachters). Gleichzeitig dürfte es wohl auch der niedrigste sein, da der Kamm des Gebirges hier lediglich Höhen zwischen 400 und 500 m erreicht, während der Thüringer Wald weiter Richtung Südosten bis auf fast 1000 m ansteigt.

W wie Waidmannsheil

Traditionelle Begrüßungs-, Verabschiedungs-, oder Gratulationsformel unter Jägern

X, Y, Z wie Zeugnis Deutscher Geschichte

Jeder, der sich auf die Rennsteigtour begibt, sollte daran denken: Dieser Bergpfad ist nicht künstlich oder gar neu angelegt! Er war Grenz-, Kurier- und Handelsweg – ein mit historischen Grenzsteinen markiertes Zeugnis deutscher Geschichte.