Thüringer Wald: hier entdecken Sie Thüringen

Vom Loquitztal zur Märchenburg

Rundwanderung zwischen Probstzella und Lauenstein (Audio-Tour)

Probstzella liegt malerisch in einem tiefen Talkessel des Schiefergebirges, in dem die Zopte in die Loquitz mündet. Die umliegenden Berge ragen teilweise mehr als 200 Meter in die Höhe.

Das “Haus des Volkes” prägt das Ortsbild von Probstzella. Das Gebäude mit Hotel und Gaststätte ist das größte Ensemble im Bauhaus-Stil in Thüringen. In dem dazugehörigen Park, den man über den Marktplatz erreicht, befindet sich die Naturpark-Infostelle “Fenster zum Grünen Band”. Hier sieht man typische Pflanzen aus seltenen und gefährdeten Lebensräumen am Grünen Band. Info-Tafeln erläutern die Besonderheiten der Zwergstrauchheiden, Bergwiesen und Schieferhalden und zeigen Fotos einiger Tierarten, die dort jeweils heimisch sind.

Die Übersichtskarte können Sie hier aufrufen: "Vom Loquitztal zur Märchenburg"

Streckenbeschreibung:

Ausgangspunkt:
Probstzella, Marktplatz, zu erreichen über die B 85, ÖPNV-Anschluss stündlich mit Regionalzügen aus den Richtungen Saalfeld und Lichtenfels/Kronach.

Streckenlänge:  12 Kilometer
Höhenlagen:  340 bis 640 Meter über NN (bei Besuch der Thüringer Warte bis 678 Meter), Gesamtanstieg: 497 Höhenmeter.
Wegebeschaffenheit: Im Bereich der ersten beiden Kilometer ab Probstzella längere Abschnitte auf Betonplatten-Kolonnenwegen, sonst überwiegend auf gut begehbaren Forstwegen.

Wegemarkierungen: Bergbau-Symbol “Schlägel und Eisen” entlang des Schieferpfads ab Probstzella, Wetzsteinmacher-Weg “R 44” um den Ratzenberg.

MP3-Audio-Tracks: vor Ort herunterladbar beim Info-Punkt “Grünes Band” im Haus des Volkes in der Bahnhofstraße 25 in Probstzella.

Für unsere Rundwanderung gehen wir vom Marktplatz ein kurzes Stück entlang der Bahnhofsstraße bis zum Abzweig der Mühlgasse und folgen dieser nach rechts. Hinter der Bahnunterführung halten wir uns links und folgen den Bergbau-Zeichen des “Schieferpfads”, der auf dem Kolonnenweg steil nach oben führt. Während der Wanderung lohnt sich ab und zu ein Blick zurück auf das idyllisch im Tal gelegene Probstzella.

Das Grüne Band erstreckt sich nördlich von Lauenstein entlang eines kleinteiligen Mosaiks aus extensiv genutzten Wiesen, Altgrasfluren, Äckern und Fichtenwäldern sowie einigen kleinflächigen Borstgrasrasen, Nasswiesen und Flachmooren.

Nach drei Kilometern entlang des Schieferpfads erreicht man den Wetzsteinmacher-Weg “R 44”. Der südliche Abschnitt des sechs Kilometer lange Rundwegs führt durch die Lauensteiner Rodungsinsel, der nördliche durch den angrenzenden Fichtenwald. Wir folgen dem “R 44” nach rechts und gelangen an den Nordhang des Ratzenbergs. Dort zerstörte der Orkan “Kyrill” im Januar 2007 den gesamten Fichtenbestand. Seitdem haben Wanderer hier freie Sicht auf das Tal der Zopte und können die natürliche Sukzession beobachten. Einen noch besseren Ausblick nach allen Seiten bietet die Thüringer Warte.

Historische Info:

Das historische Empfangsgebäude des Bahnhofs Probstzella besteht seit dem Lückenschluss der Frankenwaldbahn im Jahr 1885. Zur DDR-Zeit war Probstzella eine Grenzübergangsstelle für den Bahnverkehr auf der Strecke Nürnberg-Leipzig-Berlin. Unmittelbar südlich davon entstand 1976 ein viergeschossiges Grenzkontrollgebäude – einer von neun Grenzbahnhöfen in der DDR, den viele Reisende als “Tränenpalast” erlebt haben. Trotz des Protestes einiger historisch Interessierter, die das Gebäude gern als Museum erhalten gesehen hätten, wurde der baufällige Koloss im Dezember 2008 abgerissen.
Tipp:

Die Burg Lauenstein stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie gehörte unter anderem zeitweise den Grafen von Orlamünde, deren Stammsitz sich in der gleichnamigen ostthüringischen Ortschaft befand. Nach vielen Besitzerwechseln erwarb der Freistaat Bayern die Burg im Jahre 1962. Die Bayerische Schlösserverwaltung bietet täglich außer montags Führungen an: von April bis September von 9 bis 18 Uhr sowie von Oktober bis März von 10 bis 16 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 09263-400 sowie im Internet unter http://www.ludwigsstadt.de.

Bei der Gedenktafel zum “Köchinnengrab” besteht die Möglichkeit, die Wanderung in Richtung Gräfenthal zu verlängern, um von dort mit einem Linienbus nach Probstzella zurückzufahren (nur werktags Linienbusverkehr). Dazu folgt man den Bergbau-Zeichen entlang des Kolonnenwegs und lernt dabei einen Abschnitt des Grünen Bandes im Bereich von Zwergstrauchheiden kennen (siehe Tour 4 ab Seite 30).

Für die Rundwanderung zurück nach Probstzella folgt man am “Köchinnengrab” dem “R 44” nach links in die Lauensteiner Rodungsinsel. An den trockenen, wenig gedüngten Standorten in Hangbereichen befinden sich Bärwurz-Wiesen, die in Bayern fast nur noch im Landkreis Kronach vorkommen. Neben der namensgebenden Bärwurz wachsen hier weitere seltene Pflanzenarten, wie Rotschwingel, Rotes Straußgras, Perücken-Flockenblume, Zierliches Labkraut und Berg-Platterbse. Für seltene und gefährdete Tagfalterarten, wie Dukatenfalter, Großer Perlmuttfalter, Rostbraunes Wiesenvögelchen, Schwalbenschwanz und Wachtelweizen-Scheckenfalter, sind die blütenreichen Extensivwiesen ein wertvoller Lebensraum.

An besonders nährstoffarmen Standorten haben sich kleinflächige Borstgrasrasen und Silikatmagerrasen ausgebildet. Neben dem charakteristischen Borstgras wachsen dort Pechnelke, Heidenelke und Berg-Sandglöckchen.

Die eindrucksvolle Burg Lauenstein erscheint in der romantischen Berg- und Tallandschaft wie in einem Märchenfilm. In Lauenstein empfiehlt sich zudem der Besuch einer der beiden Confiserien, die für feinste Pralinen berühmt sind.

In der nördlichen Ortshälfte verlassen wir die Lauensteiner Rodungsinsel entlang des “R 44” und gelangen zum Abzweig des Schieferpfads, der uns auf demselben Weg hinab nach Probstzella führt. 

 Tomis-Audiopunkte:                              Telefon-Nummer 0911 810 940 046+
                                                                Telefon-Nummer 0911 810 940 045+

+300 Grenzübergangsstelle Probstzella
+301 Grenzöffnung 1989
+302 Dackels Erlebnis
+303 Schmuggelpfade
+304 Artenreiche Wiesen bei Lauenstein
+305 DDR-Agentin in Ludwigsstadt
+306 Thüringer Warte
+307 Aussiedlung aus dem Sperrgebiet
+308 Steinerne Zeitzeugen

+29 Burg Lauenstein (bei Telefon-Nummer 0911 810 940 045+)