Naturregion Biosphäre im Thüringer Wald

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Ziegenlippe und Knoblauchkröte

Tierische Abenteuerwanderungen im Thüringer Wald

Ob der schmackhafte Speisepilz in Farbe, Form oder Beschaffenheit irgendwie an das Maul einer Ziege erinnert, ist natürlich nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Die Ziegenlippe ist aber auf jeden Fall zu Recht sehr beliebt bei Pilzsammlern. Drückt man den Schwamm leicht ein, verfärbt er sich wie beispielsweise auch bei der Marone blau. Für diese Farbreaktion ist der Sauerstoff aus der Luft verantwortlich. Sie ist also wirklich sehr geheimnisvoll, die Welt der Pilze, und hat jede Menge spannende Details auf Lager.

Auf dem Pilzerlebnispfad in Gräfenwarth im Naturpark Schiefergebirge/ Obere Saale kommt ihr diesen Geheimnissen mit jedem Schritt ein Stückchen näher. Auf dem 5,4 Kilometer langen Rundweg an den Ufern des Bleilochstausees könnt ihr an 13 verschiedenen Stationen alles über die Pilze und ihr riesiges unterirdisches Netzwerk, das Pilzmyzel, erfahren. Stets gilt dabei: nicht nur informieren, sondern auch ausprobieren! Überdimensionale Pilzhüte und -stiele zum Erklettern oder Pilzmyzel aus Seilen zum Balancieren bringen euch dem Leben der Pilze auf die Spuren und sorgen für jede Menge Bewegungsspaß. In der „Märchenstube“ erfahrt ihr Spannendes zur Rolle der Pilze in der Mythologie und Sagenwelt. Eigens für den Erlebnispfad geschriebene Märchen befassen sich damit, wie die Pilze zu ihrem Aussehen kamen. Praktisch ganz nebenbei genießt ihr an den zahlreichen Aussichtspunkten entlang des Weges einen herrlichen Ausblick auf die Saale. Und wer sich in Sachen Namensgebung der Ziegenlippe ein eigenes Bild machen möchte, der kann den Vierbeinern auf der Walderlebnisinsel in Ziegenrück einen Besuch abstatten. 

Die Knoblauchkröte dagegen ist im „Land der Tausend Teiche“ beheimatet. Fühlt sich das Tier bedroht, kann es ein nach Knoblauch riechendes Sekret absondern, was der Feindabwehr dient. Die Knoblauchkröte ist sehr selten und steht sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten, die sich rund um Dreba und Plothen im größten zusammenhängenden Teichgebiet Thüringens besonders wohlfühlen. Mit ein bisschen Glück bekommt ihr in diesem einzigartigen Naturreich hin und wieder auch seltene Vogelarten wie den Fischadler oder die Bekassine aus der Familie der Schnepfenvögel zu Gesicht. Das „Land der Tausend Teiche“ ist also allein schon aufgrund seiner Artenvielfalt ein echtes Geschenk des Himmels. Im Reich der Libellen und Wasservögel werden die Geschichten der Benediktinermönche erzählt, die hier im elften und zwölften Jahrhundert nicht weniger als eintausend Teiche zur Fischzucht anlegten. Noch heute sind mehrere Hundert Teiche erhalten. Diese bilden in einer Höhenlage von 480 bis 500 Metern eine einmalige, historisch gewachsene Teichlandschaft, die seit jeher ausschließlich durch Regenwasser gespeist wird und diesem besonders artenreichen Naturraum den Namen „Himmelsteiche“ einbrachte. Auf einer Länge von etwa acht Kilometern lädt der als Rundweg angelegte Naturlehrpfad Plothen die ganze Familie zum Sammeln eigener Entdeckergeschichten ein.

 

 

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