Kulturregion Wartburg im Thüringer Wald

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Leuchtende Bilder und filigraner Baumschmuck aus Porzellan

Die sächsische Geschichte von der Erfindung des Porzellans ist weltbekannt. Doch wussten Sie, dass Johann Friedrich Böttger ein Thüringer war, in Schleiz geboren? 

Anfang des 18. Jahrhunderts versucht sich Böttger in der Herstellung von Gold. Auf der Flucht vor seinem goldinteressierten brandenburgischen Landesherren gewährt ihm August der Starke Schutzhaft, jedoch nicht ohne Eigennutz. Böttger versucht nach gescheiterten Versuchen wiederholt zu fliehen. Doch 1707 hält er schließlich nach neu ausgerichteter Forschungsarbeit das erste europäische Porzellan in seinen Händen. Erst 1710 wird die Erfindung des „weißen Goldes“ über die Landesgrenzen hinaus verkündet. 

Die Rezeptur aus Kaolin, Feldspat und Quarz allerdings bleibt sächsisches Staatsgeheimnis. Und so erfindet 1757 Georg Heinrich Macheleid im Fürstentum-Rudolstadt das zarte, strahlend weiße Material ein weiteres Mal. Kurze Zeit später erbittet Macheleid von Fürst Johann Friedrich das Privileg zum Errichten einer Porzellanmanufaktur in Sitzendorf. 1760 gegründet und 1762 nach Volkstedt verlegt, existiert sie noch heute als „Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur“ und kann als Gläserne Manufaktur besichtigt werden. In aufwendiger Handarbeit werden in mehreren Arbeitsschritten hochwertige filigrane Figuren hergestellt, darunter auch weihnachtliche Motive. An dem gleichen Standort produzieren seit einiger Zeit unter dem Label „Die Porzellanmanufakturen“ weitere traditionsreiche Unternehmen. 

Die Unterweißbacher Werkstätten sind bekannt für ihren zarten Christbaumschmuck aus Bisquitporzellan, darunter Schneekristalle in zwölf Formenvarianten, die einen ganzen Baum mit Schneeflockensternen schmücken können oder weiße musizierende Amoretten. Die Krippenfiguren aus der Manufaktur Scheibe-Alsbach zeigen sich ebenfalls betont edel in strahlendem Weiß, sparsam bemalt mit goldenen Verzierungen.

Porzellan ist ein so feines Material, dass es als dünne Platte für Licht durchlässig sein kann. Diese Eigenschaft machte sich eine Erfindung aus dem 19. Jahrhundert zu Nutze. Die sogenannten Lithophanien wurden um 1849 von Gottfried Henklein in der Manufaktur Plaue eingeführt. Bei dieser Technik werden nach einer Vorlage berühmte Motive in Porzellanplatten eingraviert. Mit einer Lichtquelle versehen, wird das Bild zum Leuchten gebracht. Auch als Stövchen, Teelicht oder Lampenschirm genutzt verzaubern sie zur Weihnachtszeit vor allem mit Motiven wie „Die heilige Familie“, „Weihnachten bei Luther“, kleinen Engeln oder Kindern im Schnee. Mittlerweile besitzt die Manufaktur Plaue über 2000 Motive, die durch moderne Varianten fortlaufend ergänzend werden.

Entlang der Thüringer Porzellanstraße gibt es aber nicht nur Manufakturen zu besichtigen, sondern auch Porzellanausstellungen wie die in der Heidecksburg, die Kostbarkeiten im Schlossmuseum Arnstadt, die umfangreiche Sammlung im Museum auf Schloss Eisfeld oder die großartigen Porzellanwelten auf der Leuchtenburg.

© Regionalverbund Thüringer Wald e.V., LEIKA Kommunikation