Kulturregion Wartburg im Thüringer Wald

[#if schema_image??]
    [#if schema_image?is_hash]
        [#if schema_image.alt??]
            ${schema_image.alt}
        [/#if]
    [/#if]
[/#if]

Die Bach-Dynastie

Eine thüringische Familiengeschichte

Der Name Johann Sebastian Bach ist Musikkennern weltweit ein Begriff. Dass seine musikalische Größe tiefe familiäre Wurzeln besitzt, weniger. Dabei dominiert der Name Bach schon weit mehr als hundert Jahre vor dem Erfolg Johann Sebastians den thüringischen Musikmarkt für Organisten, Kantoren, Hofmusiker, Chorleiter und Stadtpfeifer. 
Die weit verzweigte Großfamilie Bach bringt Generationen von Kirchenmusikern und Komponisten hervor, die sich Raum des Thüringer Waldes in Arnstadt, Ohrdruf, Eisenach und Gehren, aber auch in Meiningen, Themar und Schweinfurt behaupten. Allein in Arnstadt werden 17 Bachs geboren, 8 getraut und 25 begraben. In Eisenach, der Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs, stellt die Musiker-familie mehr als 132 Jahre lang den Organisten der Georgenkirche. In den Ballungszentren der Bachs rückt zu dieser Zeit im Falle eines Ausscheidens direkt ein anderes Familienmitglied der Bachs nach. 

 

"ob denn kein Bach mehr vorhanden, der sich ümb solch Dienst anmelden wolte. Er solte und müste wieder einen Bachen haben." 
Graf von Schwarzburg-Arnstadt, als sein Hofmusiker Johann Christoph Bach (Zwil-lingsbruder von Bachs Vater) starb.

 

Die Marke Bach sprengt bald den regionalen Rahmen und wird musikalisch eine europäische Macht. Aus den Stadtpfeifern von einst sind Hofmusikanten in den Zentren der Macht Europas geworden.

An vielen Orten im Thüringer Wald ist noch heute der Geist der Familie Bach an zahlreichen histori-schen Wirkungsorten zu spüren.  Besonders dicht liegen diese Punkte bei Eisenach und rund um Arnstadt beieinander.

 

 

Bachkirche in Arnstadt - © Clemens Bauerfeind

Johann Sebastian Bach wurde in Eisenach geboren und ging hier seine ersten musikalischen Schrit-te. An seinem Taufstein in der Georgenkirche Eisenach waren über mehr als 130 Jahre Musiker der Familie Bach als Organisten tätig, auch Pachelbel und Georg Philipp Telemann musizierten hier. Doch nicht nur Johann Sebastian sang hier in der Kurrende – auch Luther tat dies 200 Jahre vor ihm. Orgelmusiken auf der großen Schuke-Orgel, Bach-Kantatengottesdienste, Chor- und Orchester-konzerte und natürlich Bachs Weihnachtsoratorium gehören heute zum jährlichen musikalischen Programm der Georgenkirche. Den Wurzeln Johann Sebastians und seiner Musik kann man im Bach-Museum Eisenach nachspüren, welches ein beeindruckend umfassendes Bild des Genies und seiner Musik zeigt. 

 

Bachstammhaus in Wechmar - © Clemens Bauerfeind

Die Wurzeln der Musiker-Dynastie sind Museum im alten Oberbackhaus Wechmar zu finden. Hier ließen sich die Stammväter der Familie, Veit und sein Sohn Hans als Bäcker und Musikanten nieder. In der nahen Umgebung fand auch ein entscheidendes Kapitel in Johann Sebastian Bachs Lebens-weg statt: nach dem Tod seiner Mutter und seines Vaters wurde er 10-jährig von seinem Bruder Jo-hann Christoph in Ohrdruf aufgenommen und weiter musikalisch ausgebildet. Auch hier wirkten über 170 Jahre lang Musiker der Familie Bach, auf Schloss Ehrenstein finden sich in der Turmbiblio-thek historische Schätze aus dieser Zeit.

 

Orgel der Bachkirche in Arnstadt - © Robert Wachholz

 

Bacharchiv in Ohrdruf - © Robert Wachholz

Johann Sebastians Karriere startete schließlich im Nahe gelegenen Arnstadt mit seiner ersten Or-ganistenstelle: 5 Jahre war der junge ungestüme Musiker hier tätig, fiel allerdings unangenehm we-gen seiner Neigung zu freier Improvisation auf: „Er wechsle zu oft die Tonart, spiele dissonante Be-gleitakkorde und verwirre mit ungewöhnlichen Tönen die Gemeinde.” Die von ihm gespielte Wen-der-Orgel in der Bach-Kirche ist heute noch in hochkarätigen Konzerten und Orgelaufführungen zu erleben. Im benachbarten Schlossmuseum ist in der Bach-Ausstellung der ursprüngliche von Bach gespielte Spieltisch der Orgel zu sehen. Auch die historische Altstadt lohnt einen Besuch: In keiner anderen Stadt sind so viele Originalschauplätze der Musikerfamilie Bach erhalten, deren Mitglieder bereits lange vor Johann Sebastian Bach als Stadtpfeifer, Spielmänner, Organisten, Komponisten und Hofmusiker wirkten.

 

Bacharchiv in Ohrdruf - © Robert Wachholz

Im benachbarten Dornheim lohnt der Besuch der Traukirche: hier heiratete Johann Sebastian Bach seine Cousine 2. Grades, Maria Barbara Bach. Aus dieser Ehe gingen unter anderem auch Wilhelm Friedemann (Der Dresdner oder Hallesche Bach) und Carl Philipp Emanuel Bach (Der Berliner oder Hamburger Bach) hervor. 

 

 

Lebendig gehalten wird die musikalische Tradition heute an all diesen historischen Bach-Orten durch hochkarätige Veranstaltungsreihen wie den Thüringer Bachwochen, dem MDR Musiksommer, dem Bachfestival Arnstadt, dem Bachfest Eisenach, dem Festival Güldener Herbst, dem Thüringer Orgelsommer, dem Bachfest Ohrdruf/Gotha und vielen weiteren Konzerten im Raum des Thüringer Waldes.

 

Übernachten und Einkehren in Eisenach

 

Übernachten und Einkehren in Arnstadt

Weitere Bach-Themen