Aktivregion Rennsteig im Thüringer Wald

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Viele Wege führen zum Kamm

Rennsteig-Leitern

Charakteristische Erkennungszeichen der Ortsanbindungen an den Fernwanderweg sind die Orts- und Rennsteigportale aus einer Eichenholzstehle samt Informationstafel und einer Sitzbank. Unterwegs ist das gelbe R, meist auf grünem Grund oder direkt an den Bäumen ein ständiger Kompass und Wegbegleiter.

„Rennsteig-Leiter Bad Liebenstein“: Schlosspark Altenstein und Lutherdenkmal im Glasbachgrund

Besonders beliebt ist die sieben Kilometer lange Wanderung entlang der „Rennsteig-Leiter Bad Liebenstein“, durch den Schlosspark Altenstein und vorbei an dem im Stil der englischen Spätrenaissance errichteten Schloss Altenstein, das einst den Herzögen von Sachsen-Meiningen als Sommerresidenz diente. Mit einer Fläche von 160 Hektar zählt der Schlosspark zu den schönsten Landschaftsparks Deutschlands und bietet auf seinen etwa 20 Kilometern Parkweg zahlreiche Highlights – vom Morgentor Plateau über das Chinesische Häuschen bis hin zur Sennhütte mit dem Luisenthaler Wasserfall. Auf der „Rennsteig-Leiter“ geht es vom Park Altenstein weiter nach Steinbach, wo Heimatmuseum und Messerstübchen die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichende Tradition des Messerschmiedehandwerks dokumentieren. Von hier aus führt der Lutherweg allmählich ansteigend den Glasbachgrund hinauf zum Lutherdenkmal. Noch heute umweht diesen Ort ein Hauch von Weltgeschichte, wurde dort anno 1521 doch die Gefangennahme Martin Luthers und seine anschließende Entführung auf die Wartburg inszeniert. Inzwischen sind es keine zwei Kilometer mehr bis zum Rennsteig, wo sich der Wanderer am „Imbiss zur Wallfahrt“ mit einer Original Thüringer Rostbratwurst belohnen kann.

„Rennsteig-Leiter Steinbach-Hallenberg“: Spektakuläre Felsenlandschaft mit sensationellen Ausblicken

Unweit des Metallhandwerkmuseums mit seinem idyllischen Bauerngarten und der historischen Korkenzieherwerkstatt beginnt die „Rennsteig-Leiter Steinbach-Hallenberg“. Unterhalb der Burgruine Hallenburg, einst Wohnsitz der Grafen von Henneberg, geht es zunächst stetig bergan, vorbei an der Bergbaude und der Steinbach-Hallenberger Skisprungschanze durch das wunderschöne Ski- und Wandergebiet am Knüllfeld. Weiter führt der Weg über das Hochplateau am Fuße des Großen Herrmannsbergs oberhalb der Ganswiese. Immer wieder bieten sich traumhafte Aussichten über ausgedehnte Bergwiesen oder bei einem kleinen Umweg zum Steinhauk auf die eindrucksvolle Felsenlandschaft der 12 Apostel bei Oberschönau. Auch der Ruppberg befindet sich in unmittelbarer Nähe zur „Rennsteig-Leiter“: für die zusätzlichen knapp 150 Höhenmeter bis zum freistehenden Gipfel entschädigt das fantastische Bergpanorama auf 866 Metern Höhe. Vom Fuße des Ruppbergs führen die Reifwege um den Gebrannten Stein, zum Veilchenbrunnen und weiter in Richtung Oberhof. Noch bevor der Rennsteig erreicht wird, bietet sich ein fantastischer Blick auf die Schanzenanlage im Kanzlersgrund, die zu den imposantesten Sportstätten des weltberühmten Thüringer Wintersportzentrums zählt. Wenig später hat sich der Wanderer nach insgesamt 13,4 Kilometern am Oberhofer Grenzadler eine Einkehr in die Thüringer Hütte redlich verdient.

„Rennsteig-Leiter Zella-Mehlis“: Über einen Eisenbahntunnel zum artenreichsten Alpingarten

Deutschlands Gleich zu Beginn der knapp sieben Kilometer langen „Rennsteig-Leiter Zella-Mehlis“ wird die Wanderlust auf eine ernsthafte Probe gestellt. Nur allzu verlockend liegt das Hotel Waldmühle mit seinem herrlichen Wandelgarten samt Außenwhirlpool und Kneippanlage im wildromantischen Lubenbachtal. Vorbei am Technischen Museum Gesenkschmiede, das neben den ältesten Brettfallhämmern Deutschlands viele historische Werkzeuge und Maschinen des traditionsreichen Schmiedehandwerks beherbergt, folgt die „Rennsteig-Leiter“ dem Plätschern des Lubenbachs. Am stillgelegten Oberhofer Bahnhof beginnt direkt über dem Brandleitetunnel – zu DDR-Zeiten einst der längste Eisenbahntunnel der Deutschen Reichsbahn – ein steiler Anstieg hinauf zum Bärenstein, der sich dank der herrlichen Aussicht hervorragend für eine Verschnaufpause eignet. Bis zum Rennsteigportal ist es jetzt nicht mehr weit: nach knapp 1,5 Kilometern ist am Rondell der Kammweg des Thüringer Waldes erreicht. Ein Besuch im Oberhofer Rennsteiggarten, der auf einer Fläche von sieben Hektar rund um den 868 Meter hohen Pfanntalskopf etwa 4.000 verschiedene Arten von Gebirgspflanzen aus beinahe allen Teilen der Erde beheimatet, sorgt für einen entspannten Abschluss der Wanderung.

Naturlehrpfad Gießübler Schweiz: Durch das Dachsbachtal über den Langertfelsen zum Rennsteig

Einer der schönsten Aufstiege zum Rennsteig beginnt in Gießübel, einem Dörfchen unweit des Kurortes Masserberg inmitten des UNESCO-Biosphärenreservates Thüringer Wald. Eingebettet zwischen Dachsbach und Rehbach im Tal der Neubrunn, ist der staatlich anerkannte Erholungsort so etwas wie die Nahtstelle zum Thüringer Schiefergebirge. Vorbei am Löffelberghüttchen führt der Naturlehrpfad hinein in die märchenhafte Kulisse des Dachsbachtals. Während wenige Meter abseits des Weges im Neuntal ein kleiner Wasserfall plätschert und der Duft des moosbedeckten Waldbodens angenehm frisch in der Nase liegt, überrascht die Gießübler Schweiz den Wanderer hier mit bizarren Felsformationen. Über die Dachsbachkanzel führt der Weg daraufhin an den Schröderfelsen vorbei zum sogenannten „Nadelöhr“, wo sich das hiesige Konglomeratgestein über Jahrhunderte zu einem beeindruckenden Felsentor geformt hat. Am Langertfelsen angekommen, bietet sich wenig später nicht nur ein toller Fernblick in Richtung Neustadt am Rennsteig, sondern darüber hinaus die Gelegenheit zu einem echten Kletterabenteuer. In unmittelbarer Nähe der Ausflugsgaststätte Triniusbaude ist kurz darauf bei Kilometer sechs der Rennsteig erreicht.

 

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Auf ausgebauten Wanderwegen mit moderner Beschilderung bezwingen Sie mal mehr, mal weniger Höhenmeter bis zu den Gipfeln. Der Aufstieg lohnt sich allemal