Kulturregion Wartburg im Thüringer Wald

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Weihnachten kreativ

Der reformpädagogische Fröbelstern

Fröbelstern | © Barbara Neumann

Fröbelsterne sind wegen ihrer einzigartigen Form ein besonderer Blickfang in der Weihnachtszeit. Besonders beliebt ist das komplizierte Bastelkunstwerk bei Kindern. Der dreidimensionale Stern wird kunstvoll aus vier Papierstreifen geflochten. Hat man die Technik einmal erlernt, kann er in den verschiedensten Größen und farblichen Mustervarianten fabriziert werden, vom kleinsten Christbaumschmuck bis zur großen Zimmerbeleuchtung.

 

Der Begründer des Kindergartens

Die aufwendig gefalteten Papiersterne haben ihren Namen vom Begründer der Kindergartenbewegung Friedrich Fröbel. In einer Zeit, in der Kinder ab dem siebten Lebensjahr als erwachsen galten, entwickelte Friedrich Fröbel im 19. Jahrhundert mit dem Recht auf Kindheit einen einzigartigen und für die Zeit revolutionären Blick auf das damalige Erziehungsmodell. Er selbst hatte keine glückliche Kindheit. Seine Mutter war kurz nach der Geburt gestorben. Die zweite Frau des strenggläubigen Vaters war eine Stiefmutter, wie man sie aus dem Märchenbuch kennt. Mit zehn Jahren kam Friedrich Fröbel zu seinem Onkel. War ihm im väterlichen Pfarrhaus der Kontakt mit Gleichaltrigen verwehrt geblieben, fand er im nahegelegenen Stadtilm schnell Anschluss. Nach seiner Ausbildung beim Schweizer Reformpädagogen Johann Pestalozzi gründete Friedrich Fröbel 1840 den ersten „Allgemeinen Deutschen Kindergarten“ weltweit im reizvoll gelegenen Bad Blankenburg.

 

 

Fröbels Spielgaben und Basteltechniken

Durch natürliche, praxisorientierte Förderung sollte Kindern die Gelegenheit gegeben werden, ihre eigene Körperlichkeit zu erfahren. Es ging Friedrich Fröbel um das Erleben, nicht um das Belehren des Kindes. Mit dem Ansatz sich möglichst auf Weniges zu reduzieren, läge Friedrich Fröbel heute im Trend. In Bad Blankenburg entwickelte er ein System von aufeinander bauenden Spielmaterialien, die die Grob- und Feinmotorik eines Kindes weiterentwickeln. Seine wesentlichen „Spielgaben“ bestehen aus Kugel, Walze und Würfel, die im Laufe der weiteren kindlichen Entwicklung immer weiter zerteilt werden bis hin zu mathematischen Basteleien wie dem Fröbelstern. Es beginnt mit weichen Bällen und Holzbausteinen für die jüngeren Kinder und setzt sich fort mit Basteltechniken wie Weben, Falten, Flechten, Prickeln für die älteren. Das fast in Vergessenheit geratene Prickeln wird gerade wieder neu entdeckt. Dabei werden mit einer Prickelnadel Löcher ins Papier gestochen. Der besondere Reiz besteht aus den schönen Effekten, wenn das Licht durch die geprickelten Motive scheint. 

 

Fröbel’sche Basteltechniken ausprobieren

Geboren wurde Friedrich Fröbel 1782 im beschaulichen Örtchen Oberweißbach im malerischen Schwarzatal. Auch sein in der Dorfmitte gelegenes renoviertes Geburtshaus im Fachwerkstil beherbergt heute ein Museum mit von Friedrich Fröbel erfundenem Spielzeug. Hier kann man die Technik des Fröbelsternfaltens erlernen. Besonderes Highlight ist der märchenhafte Adventsmarkt “Lichterglanz”, den man mit der Bergbahn durch die Schwarzataler Dörfchen besuchen kann. Auch mundgeblasene gläserne Fröbelstern-Weihnachtskugeln für den Christbaum lassen sich da entdecken.

 

 

Der Ort, an dem Friedrich Fröbel seinen ersten Kindergarten eröffnete, beherbergt heute das Bad Blankenburger Fröbelmuseum. Dort kann man sich in den wechselnden Ausstellungen umfassend zu Fröbels pädagogischem Konzept informieren, zahlreiche originale Schriften, Drucke und sogar Bastelwerke bestaunen, oder in Gruppen die Basteltechniken mit pädagogischem Hintergrund vermittelt bekommen. Natürlich können Kinder die von Friedrich Fröbel erdachten Spielzeuge selbst vor Ort auch ausprobieren. 

 

© Regionalverbund Thüringer Wald e.V., LEIKA Kommunikation